
Heide Sommer: Im Gespräch mit Renata Schmidtkunz
08. April 2025
19:00 Uhr
Aktionsradius Wien
„Wenn es so etwas wie eine Republik des Geistes in Deutschland wirklich gäbe oder gegeben hätte: Heide Sommer wäre in einem solchen Gemeinwesen The Secretary of State.“ schrieb die FAZ anlässlich Heide Sommers Autobiografie. Das Buch „Lassen Sie mich mal machen. Fünf Jahrzehnte als Sekretärin berühmter Männer“ (Ullstein Verlag 2019) beschreibt ein erfülltes und an Erlebtem reiches Leben an der Seite deutscher Publizisten, Politiker und Intellektueller. Aktuell arbeitet Heide Sommer für den 96-jährigen Klaus von Dohnanyi – so haben wir sie kennengelernt und die beeindruckende Frau zu einem Gespräch nach Wien eingeladen.

Heide Sommer, Jahrgang 1940, ist in Berlin geboren, mit ihren Eltern im Krieg nach Bad Kissingen übergesiedelt, als Neunjährige mit der ganzen Familie nach Hamburg gezogen, wo der Vater eine Anstellung als Solobratscher beim damaligen NWDR bekam. Sie begann 1963 als Sekretärin im Politik-Ressort bei der »Zeit«. Dort lernte sie ihren Mann, den »Zeit«-Chefredakteur Theo Sommer kennen, mit dem sie zwei Söhne hatte. 1966 arbeitete sie für den Schriftsteller Carl Zuckmayer in der Schweiz, 1967 landete sie in Hamburg beim »Spiegel« als Sekretärin von Joachim Fest, Günter Gaus und Rudolf Augstein (Spiegel-Gründer). Von 2001 bis 2015 arbeitete sie für Fritz J. Raddatz (Literaturkritiker) sowie von 2006 bis 2009 parallel für das Ehepaar Loki und Helmut Schmidt. Neben ihrem Beruf als Sekretärin arbeitet Heide Sommer als freie Lektorin und Literaturübersetzerin und lebt seit 10 Jahren im Heavy-Metal-Dorf Wacken (Schleswig-Holstein). Ihre Autobiografie ist ein zeithistorisch spannendes Dokument – ein kleines Denkmal für ihren Beruf sowie die Kunst der Empathie und stillen Diskretion. Im Gespräch mit der ORF-Journalistin Renata Schmidtkunz (Ö1-Reihe „Im Gespräch“) erzählt Heide Sommer über die Erfahrungen ihres Lebens und die unbekannten Seiten der berühmten Männer. »Im Rückblick auf das eigene Leben fragt man sich nicht, welche Menschen groß waren. Wichtig ist, dass man eine liebevolle Beziehung hatte, wie ich zu Augstein und Raddatz. Bei beiden habe ich durch gedankliche Osmose gespürt, was sie in ihrem Innersten bewegt und was sie ausbrüten.«
Eintritt: Spende
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